Technik · Schwere 2/3
Kunstgriff 12: Das günstige Gleichnis wählen
Durch gezielte Wortwahl wird die eigene Sicht schon im Begriff vorweggenommen, sodass die Bezeichnung selbst die Bewertung transportiert.
Schopenhauer zeigt, dass man einen Sachverhalt mit einem Namen bezeichnen kann, der die eigene Behauptung schon enthält: Was der eine beschönigend als In-Gewahrsam-Bringen bezeichnet, nennt sein Gegner „Einsperren“. Heute heißt das Framing: „Steuerentlastung“ versus „Steuergeschenk“, „Asyltourismus“ versus „Schutzsuche“. Unfair wird es, wenn die Wortwahl die Begründung ersetzt und Zustimmung erzeugt, bevor überhaupt argumentiert wurde.
Beispiel
In einem Thread über die Erbschaftssteuer schreibt die eine Seite nur von „Todessteuer“, die andere ausschließlich von „leistungslosem Vermögen der Superreichen“ – keine Seite begründet ihre Haltung.
So geht es besser
Möglichst neutrale Begriffe verwenden und wertende Bezeichnungen als solche kenntlich machen. Den Frame des Gegenübers benennen, statt ihn zu übernehmen.