Technik · Schwere 1/3
Kunstgriff 15: Der verfängliche Scheinsatz
Man legt einen plausiblen, aber nicht ganz zutreffenden Satz zur Annahme vor: Lehnt das Gegenüber ab, wird es lächerlich gemacht, stimmt es zu, gilt das als Erfolg.
Hat man eine paradoxe These aufgestellt und kommt in Verlegenheit, soll man laut Schopenhauer irgendeinen richtigen, aber nicht ganz einleuchtenden Satz zur Annahme oder Verwerfung vorlegen. Verwirft der Gegner ihn, führt man ihn ad absurdum; nimmt er ihn an, hat man vorerst gewonnen. Online ist das die Fangfrage, bei der jede Antwort verwertbar ist. Unfair ist es, weil es um eine Falle, nicht um Erkenntnis geht.
Beispiel
„Bevor wir über Klimapolitik reden: Gibst du zu, dass sich das Klima schon immer verändert hat? Ja oder nein?“
So geht es besser
Nicht auf Ja/Nein-Zwang einlassen, sondern differenziert antworten und nach dem Zweck der Frage fragen. Selbst keine Fragen stellen, deren einziger Zweck die Falle ist.