Technik · Schwere 2/3
Kunstgriff 20: Den Schluss selbst ziehen
Aus zugestandenen Voraussetzungen wird der gewünschte Schluss gezogen, ohne das Gegenüber zu fragen, und fehlende Prämissen werden stillschweigend ergänzt.
Hat man dem Gegner die Vordersätze abgefragt und zugestanden bekommen, soll man laut Schopenhauer nicht auch noch nach der Schlussfolgerung fragen, sondern sie sofort selbst ziehen, selbst wenn noch Sätze fehlen – man nimmt sie einfach als zugestanden. Online sieht das aus wie „Also gibst du zu, dass …“. Unfair ist es, weil Lücken in der Argumentation übergangen werden.
Beispiel
„Du findest Bürokratie lästig und bist für Eigenverantwortung. Also bist du für die Abschaffung der Arbeiterkammer-Pflichtmitgliedschaft, schön, dass wir uns einig sind.“
So geht es besser
Klarstellen, welchem Schluss man nicht zugestimmt hat, und die fehlenden Zwischenschritte benennen. Selbst nachfragen, statt Zustimmung zu unterstellen.