Technik · Schwere 2/3
Kunstgriff 2: Die Homonymie
Ein Wort wird stillschweigend in einer anderen Bedeutung verwendet als vom Gegenüber gemeint, um dessen Aussage scheinbar zu widerlegen.
Bei der Homonymie nutzt man aus, dass ein Begriff mehrere Bedeutungen hat. Man widerlegt dann die Aussage in einer Bedeutung, die das Gegenüber gar nicht gemeint hat, und tut so, als sei damit die ursprüngliche These erledigt. In politischen Debatten passiert das oft mit Wörtern wie „Freiheit“, „neutral“ oder „sozial“. Unfair ist es, weil der Wechsel der Bedeutung verschleiert wird und so ein Scheinsieg entsteht.
Beispiel
A: „Österreich ist neutral, also sollten wir uns militärisch nicht binden.“ B: „Neutral? Wir haben doch klare Werte und verurteilen Angriffskriege – also ist Österreich gar nicht neutral, dein Argument fällt weg.“
So geht es besser
Zentrale Begriffe zu Beginn klären und nachfragen, in welchem Sinn ein Wort gerade gebraucht wird. Einen Bedeutungswechsel offen benennen.