Technik · Schwere 2/3
Kunstgriff 22: Zirkelschluss vorwerfen
Ein berechtigtes Zugeständnis wird verweigert, indem man es fälschlich als Zirkelschluss bezeichnet, weil sich daraus die Gegenthese ergäbe.
Verlangt der Gegner, man solle etwas zugeben, woraus das Streitige unmittelbar folgen würde, soll man es laut Schopenhauer verweigern und es „für eine petitio principii ausgeben“. Man wehrt also einen vernünftigen Zwischenschritt ab, indem man ihn als Erschleichung brandmarkt. Online zeigt sich das als „Das setzt du ja schon voraus!“ bei völlig plausiblen Prämissen. Unfair ist es, weil so jede Argumentation blockiert werden kann.
Beispiel
A: „Wenn wir uns einig sind, dass Messdaten der GeoSphere Austria verlässlich sind, dann …“ B: „Moment, damit setzt du schon voraus, dass es einen Klimawandel gibt – Zirkelschluss!“
So geht es besser
Erklären, warum die Prämisse unabhängig von der Streitfrage gilt. Selbst den Zirkelschlussvorwurf nur erheben, wenn die These tatsächlich vorausgesetzt wird.