Technik · Schwere 1/3
Kunstgriff 4: Die Prämissen verdeckt einholen
Man lässt sich einzelne Voraussetzungen scheinbar beiläufig zugestehen, ohne das Ziel zu verraten, und präsentiert erst am Ende die gewünschte Schlussfolgerung.
Wer einen Schluss ziehen will, soll ihn laut Schopenhauer nicht vorhersehen lassen: Man holt sich die Prämissen einzeln und verstreut ein, damit das Gegenüber nicht merkt, worauf es hinausläuft. In Forendiskussionen zeigt sich das als Kette harmlos wirkender Fragen, die plötzlich in eine starke These münden. Problematisch ist das, weil das Gegenüber Zugeständnisse macht, deren Tragweite es nicht kennen konnte.
Beispiel
„Du bist doch auch für sparsamen Umgang mit Steuergeld? Und du findest auch, dass Verwaltung effizient sein soll? Siehst du – dann musst du ja für die Zusammenlegung der Bundesländer sein.“
So geht es besser
Offen sagen, worauf man hinaus will, und das Argument als Ganzes vorlegen. Als Gegenüber darf man frühere Zugeständnisse präzisieren, wenn ihre Verwendung überrascht.