Technik · Schwere 1/3
Kunstgriff 9: Fragen in veränderter Ordnung
Fragen werden in einer anderen Reihenfolge gestellt, als der Schluss sie erfordert, damit das Gegenüber das Ziel nicht erkennt.
Laut Schopenhauer soll man die Fragen nicht in der Ordnung stellen, die der Schluss verlangt, sondern in wechselnder, verschobener Reihenfolge, damit der Gegner nicht weiß, worauf man hinaus will, und sich nicht verwahren kann. In Diskussionen zeigt sich das als scheinbar sprunghafte Fragerei, deren Antworten am Ende zu einem fertigen Schluss zusammengesetzt werden. Problematisch ist das, weil Zustimmung durch Verwirrung statt durch Einsicht entsteht.
Beispiel
Erst wird nach Energiepreisen gefragt, dann nach Neutralität, dann nach Versorgungssicherheit – und schließlich: „Du hast also allem zugestimmt, folglich bist du für russisches Gas.“
So geht es besser
Nachfragen, wie die einzelnen Fragen zusammenhängen, bevor man antwortet. Eigene Argumente in nachvollziehbarer Reihenfolge darlegen.