Technik · Schwere 3/3
Kunstgriff 32: Unter eine verhasste Kategorie bringen
Die Aussage des Gegenübers wird einer verhassten Kategorie oder Gruppe zugeordnet und dadurch abgewertet, ohne sie inhaltlich zu prüfen.
Schopenhauer beschreibt, wie man eine Behauptung des Gegners beseitigt, indem man sie unter eine verhasste Kategorie bringt, auch wenn sie nur entfernt verwandt ist: „das ist Manichäismus“, „das ist Atheismus“. Heute lauten die Etiketten „rechts“, „links-grün versifft“, „neoliberal“ oder „Verschwörungstheorie“. Unfair ist es, weil das Etikett die Prüfung ersetzt und Menschen sozial ausgrenzt.
Beispiel
„Du willst die Mindestsicherung erhöhen? Das ist Kommunismus, darüber diskutiere ich nicht.“ – „Du willst Kontrollen an der Grenze? Das ist rechtsextremes Gedankengut.“
So geht es besser
Nachfragen, was genau an der Aussage falsch ist, unabhängig vom Etikett. Selbst Positionen am Inhalt messen statt an ihrer Zuordnung.