Fehlschluss · Schwere 2/3
Amphibolie
Ein Satz ist wegen seines Satzbaus mehrdeutig, und das Argument nutzt eine Lesart, die nicht gemeint oder nicht belegt ist.
Anders als bei der Äquivokation liegt die Mehrdeutigkeit hier nicht in einem einzelnen Wort, sondern in der Grammatik: Bezüge, Kommas oder Verneinungen lassen mehrere Lesarten zu. Wer eine Aussage absichtlich so formuliert oder eine fremde Aussage in der ungünstigsten Lesart auslegt, erzeugt Missverständnisse, die sich argumentativ ausnutzen lassen.
Beispiel
Eine Schlagzeile lautet: „Regierung kritisiert Opposition wegen Korruption.“ Ein Poster folgert daraus, die Opposition sei korrupt – gemeint war, dass die Regierung der Opposition mangelnden Einsatz gegen Korruption vorwarf.
So geht es besser
Mehrdeutige Sätze umformulieren oder nachfragen, welche Lesart gemeint ist, bevor man Schlüsse zieht.