Technik · Schwere 2/3
Kunstgriff 30: Argumentum ad verecundiam
Statt Gründe zu liefern, beruft man sich auf Autoritäten oder angebliche Mehrheitsmeinungen, oft verfälscht oder fachfremd.
Statt Gründen gebraucht man laut Schopenhauer Autoritäten, nach Maßgabe der Kenntnisse des Gegners – und scheut sich nicht, sie zu verdrehen oder gar zu erfinden. Auch „allgemeine Vorurteile“ zählen dazu. Online sind das Sätze wie „Ein Experte hat gesagt …“ oder „Jeder weiß doch …“. Unfair ist es, wenn die Autorität fachfremd, aus dem Kontext gerissen oder erfunden ist und eine Begründung ersetzt.
Beispiel
„Ein bekannter Nobelpreisträger hat gesagt, die CO2-Steuer sei Unsinn – also ist das Thema erledigt.“ (Der genannte Preisträger ist Mediziner, das Zitat ohne Quelle.)
So geht es besser
Nach Quelle, Fachgebiet und Kontext der Autorität fragen. Selbst Autoritäten nur als Hinweis auf Gründe zitieren, nicht als Ersatz dafür.