Sonntag, 11. Oktober 2026
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Politischer Blog aus Österreich

Technik · Schwere 2/3

Kunstgriff 5: Beweis aus falschen Vordersätzen

Englisch: Schopenhauer's stratagem 5: Arguing from false premises · auch: Ex concessis, Argument from the opponent's beliefs, Falsche Prämissen

Man stützt die eigene These bewusst auf Annahmen, die man selbst für falsch hält, die das Gegenüber aber akzeptiert.

Schopenhauer empfiehlt, notfalls auch falsche Sätze als Beweisgrundlage zu nutzen, sofern der Gegner sie glaubt: Man argumentiert aus dessen Denkweise heraus. Das kann legitim sein, um Widersprüche aufzuzeigen. Eristisch wird es, wenn man so tut, als teile man die Prämisse, und damit eine Zustimmung erschleicht. Online wirkt das manipulativ, weil die eigentliche Begründung verborgen bleibt und auf Unwahrheiten aufbaut.

Beispiel

Jemand, der Umfragen sonst für wertlos erklärt, schreibt: „Laut dieser Umfrage, der ihr ja immer glaubt, ist die Mehrheit gegen das Klimaticket – also müsst ihr es auch ablehnen.“

So geht es besser

Transparent machen, ob man eine Prämisse selbst teilt oder nur hypothetisch übernimmt. Als Gegenüber nach der eigenen Überzeugung des Argumentierenden fragen.