Fehlschluss · Schwere 1/3
Will-Rogers-Phänomen
Eine Verbesserung beider Gruppendurchschnitte wird als echter Fortschritt verkauft, obwohl sie nur daraus entsteht, dass Fälle von einer Gruppe in die andere verschoben wurden.
Wenn man die schwächsten Fälle der besseren Gruppe in die schlechtere Gruppe verschiebt, in der sie aber immer noch über dem Schnitt liegen, steigen beide Durchschnitte, ohne dass sich für irgendjemanden etwas ändert. Das passiert etwa bei geänderten Diagnosekriterien, neuen Schultypen oder umgestellten Statistikkategorien. Entscheidend ist dann die Gesamtentwicklung, nicht die der Teilgruppen.
Beispiel
„Seit der Reform haben sowohl die AHS als auch die Mittelschulen bessere Durchschnittsnoten!“ – weil die schwächsten AHS-Schüler nun in die Mittelschulen wechseln, wo sie über dem Schnitt liegen.
So geht es besser
Bei geänderten Gruppeneinteilungen die Gesamtzahlen betrachten und prüfen, ob sich die Zuordnung der Fälle verändert hat.