Fehlschluss · Schwere 2/3
Basisratenfehler
Die allgemeine Häufigkeit eines Merkmals in der Gesamtbevölkerung wird ignoriert, sodass spezifische Informationen wie Testergebnisse oder Anteile falsch gedeutet werden.
Wie aussagekräftig eine Information ist, hängt davon ab, wie häufig das Gesuchte überhaupt vorkommt. Ist etwas sehr selten, sind selbst bei einem guten Test die meisten positiven Ergebnisse Fehlalarme. Ebenso sagt ein hoher Anteil einer Gruppe unter Tätern oder Betroffenen wenig, solange man nicht weiß, wie groß die Gruppe insgesamt ist. Die Grundrate gehört in jede Rechnung.
Beispiel
„Die neue Gesichtserkennung am Bahnhof erkennt Gesuchte zu 99 Prozent – wer Alarm auslöst, ist also fast sicher ein Verbrecher.“ – bei 100.000 Passanten und 5 Gesuchten sind die rund 1.000 Fehlalarme in der Überzahl.
So geht es besser
Immer fragen, wie häufig das Merkmal in der Gesamtgruppe ist, und mit absoluten Zahlen durchrechnen, wie viele Treffer echt und wie viele falsch sind.