Technik · Schwere 2/3
Kunstgriff 36: Durch Wortschwall verblüffen
Das Gegenüber wird mit sinnlosem, gelehrt klingendem Wortschwall verblüfft, damit es aus Scheu vor eigener Unwissenheit nicht widerspricht.
Schopenhauer beschreibt, wie man den Gegner durch „sinnlosen Wortschwall“ verdutzt: Er ist gewohnt, hinter Worten einen Gedanken zu vermuten, und scheut sich zuzugeben, dass er nichts verstanden hat. Man trägt dann Unsinn, der gelehrt oder tiefsinnig klingt, mit ernster Miene als Beweis vor. Online sind das Fachjargon-Kaskaden und Buzzword-Texte. Unfair ist es, weil Eindruck statt Inhalt überzeugen soll.
Beispiel
„Die Problematik der multidimensionalen Resilienzarchitektur europäischer Governance-Strukturen zeigt klar, dass deine Position zum Mercosur-Abkommen unterkomplex ist.“
So geht es besser
Ruhig um eine einfache Erklärung in eigenen Worten bitten. Selbst klar und verständlich formulieren.