Sonntag, 11. Oktober 2026
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Technik · Schwere 2/3

Kunstgriff 27: Auf dem wunden Punkt beharren

Englisch: Schopenhauer's stratagem 27: Pressing where it hurts · auch: Den wunden Punkt ausnutzen, Exploiting anger, Emotional targeting

Reagiert das Gegenüber bei einem Argument unerwartet gereizt, wird gerade dieses Argument immer weiter forciert, unabhängig von seinem Gehalt.

Wird der Gegner bei einem Argument unerwartet böse, soll man laut Schopenhauer „dieses Argument eifrig urgieren“, weil man offenbar eine schwache Stelle getroffen hat. Die emotionale Reaktion wird als Beweis der Stärke gedeutet. Online führt das dazu, dass Leute bei empfindlichen Themen gezielt weiter gereizt werden. Unfair ist es, weil Betroffenheit nicht dasselbe ist wie ein sachlich schwacher Standpunkt.

Beispiel

„Na, da hab ich wohl einen Nerv getroffen! Je mehr du dich über den Vergleich mit Ungarn aufregst, desto klarer ist, dass er stimmt.“

So geht es besser

Emotionale Reaktionen nicht als Argument werten und die Sachfrage weiterverfolgen. Als Betroffener offen sagen, warum ein Punkt verletzend ist, und dann sachlich antworten.