Fehlschluss · Schwere 1/3
Schwankungsbreite ignoriert
Unterschiede oder Veränderungen in Umfragen und Stichproben werden gedeutet, obwohl sie innerhalb der statistischen Schwankungsbreite liegen und auch Zufall sein können.
Jede Umfrage hat eine Fehlerspanne, bei typischen 800 Befragten etwa plus/minus drei Prozentpunkte. Liegen zwei Parteien einen Punkt auseinander oder verändert sich ein Wert um einen Punkt, kann das reiner Zufall sein. Wer daraus ein „Kopf-an-Kopf-Rennen gewonnen“ oder einen „Absturz“ macht, liest mehr heraus, als die Daten hergeben.
Beispiel
„Laut neuer Umfrage verliert der Kanzler einen Prozentpunkt – der Absturz hat begonnen!“ – bei 600 Befragten und rund vier Punkten Schwankungsbreite.
So geht es besser
Die Schwankungsbreite angeben und nur Unterschiede deuten, die deutlich darüber liegen oder sich über mehrere Umfragen bestätigen.