Fehlschluss · Schwere 2/3
Unterschätzung exponentiellen Wachstums
Eine Größe, die um einen festen Prozentsatz wächst, wird gedanklich linear fortgeschrieben, wodurch ihre künftige Höhe deutlich unterschätzt wird.
Bei gleichbleibender Wachstumsrate verdoppelt sich ein Wert in festen Abständen, und die absoluten Zuwächse werden immer größer. Intuitiv denken Menschen aber linear und unterschätzen daher Zinseszinsen, Inflation über Jahrzehnte oder die Ausbreitung von Infektionen. Umgekehrt ist auch das bloße Fortschreiben einer Exponentialkurve problematisch, weil Wachstum meist irgendwann gebremst wird.
Beispiel
„Bei 7 Prozent Wachstum pro Jahr haben sich die Pflegekosten in zehn Jahren um 70 Prozent erhöht – das ist zu stemmen.“ – tatsächlich sind es fast 100 Prozent.
So geht es besser
Prozentuales Wachstum mit Zinseszins rechnen, etwa über die Verdopplungszeit, und gleichzeitig prüfen, ob die Wachstumsrate realistisch konstant bleibt.