Fehlschluss · Schwere 3/3
Angriff wegen des Geschlechts (Ad feminam)
Eine Aussage wird unter Verweis auf das Geschlecht der sprechenden Person (oft einer Frau) oder auf Geschlechterklischees abgewertet, statt inhaltlich geprüft.
Diese Sonderform des persönlichen Angriffs zielt auf das Geschlecht: Einer Frau wird etwa „Emotionalität“ oder „Hormone“ unterstellt, einem Mann, er könne „als Mann da gar nicht mitreden“. Das Geschlecht entscheidet aber nicht über Wahrheit oder Qualität eines Arguments. Eigene Erfahrungen können relevantes Wissen beisteuern – etwa Betroffene bei der Frage, wie sich Belästigung anfühlt –, sie ersetzen aber nicht die Prüfung von Gründen und schließen andere nicht vom Argumentieren aus.
Beispiel
„Die Finanzstadträtin sollte sich lieber beruhigen, statt sich so emotional über das Budget aufzuregen – typisch Frau.“
So geht es besser
Auf den Inhalt der Aussage reagieren; Geschlecht nur dann thematisieren, wenn es für die Sachfrage tatsächlich relevant ist.