Fehlschluss · Schwere 2/3
Natürlichkeitsappell
Etwas wird für gut, gesund oder richtig erklärt, weil es „natürlich“ ist, oder für schlecht, weil es „unnatürlich“ ist, ohne weitere Begründung.
Auch Giftpilze und Krankheiten sind natürlich, und Brillen oder Impfungen sind es nicht. Das Etikett „natürlich“ ist zudem oft unklar. Philosophisch verwandt ist der Schluss vom Sein aufs Sollen: Was in der Natur vorkommt, soll deshalb auch moralisch richtig sein. Legitim ist der Verweis auf Natürlichkeit, wenn damit konkrete, belegte Eigenschaften gemeint sind, etwa geringere Schadstoffbelastung oder ökologische Verträglichkeit.
Beispiel
„Heilkräuter sind natürlich, also sind sie sicherer als jedes Medikament aus der Apotheke.“
So geht es besser
Konkrete Eigenschaften und Belege nennen (Wirksamkeit, Risiken, Folgen) statt das Etikett „natürlich“.