Fehlschluss · Schwere 1/3
Normalitätsappell
Etwas wird für gut erklärt, weil es „normal“ ist, oder für schlecht, weil es von der Norm abweicht, ohne zu begründen, warum die Norm maßgeblich ist.
Was als normal gilt, ändert sich und sagt wenig darüber aus, ob etwas gut ist. Früher war es „normal“, dass Frauen nicht wählen durften; heute ist es normal, ständig aufs Handy zu schauen – beides ist damit nicht gerechtfertigt. Die Norm kann aber ein Hinweis auf Erfahrungen und Erwartungen sein. Legitim ist der Verweis, wenn erklärt wird, welchen Zweck die Norm erfüllt.
Beispiel
„Eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden ist eben normal, also ist jede Diskussion über eine Verkürzung unsinnig.“
So geht es besser
Begründen, warum die übliche Praxis gut ist, statt nur auf ihre Üblichkeit zu verweisen.