Sonntag, 11. Oktober 2026
Politforum

Politischer Blog aus Österreich

Technik · Schwere 3/3

Verschwörungsdenken

Englisch: Conspiratorial reasoning · auch: Verschwörungstheorie, Verschwörungserzählung, Verschwörungsmythos

Ereignisse oder wissenschaftliche Befunde werden durch eine geheime, böswillige Absprache mächtiger Gruppen erklärt, statt durch die verfügbaren Belege.

Verschwörungsdenken bietet einfache Erklärungen für komplexe Ereignisse: Hinter allem steckt ein geheimer Plan. Typische Denkmuster sind die Unterstellung böser Absichten, übersteigertes Misstrauen, die Gewissheit, dass „etwas nicht stimmt“, die Selbstsicht als verfolgtes Opfer, Immunität gegen Gegenbeweise, das Deuten von Zufällen als Zeichen und widersprüchliche Annahmen. Echte Verschwörungen gibt es – sie werden aber durch Belege aufgedeckt, nicht durch dieses Denkmuster.

Beispiel

„Die Corona-Maßnahmen waren nur ein Test, wie weit sich die Bevölkerung kontrollieren lässt – die Regierungen haben das alle abgesprochen.“

So geht es besser

Nach konkreten, überprüfbaren Belegen fragen und klären, was die Person umstimmen würde. Selbst zwischen belegten Missständen und unbelegten Großerzählungen unterscheiden.