Lexikon
Argumentationslexikon
Fehlschlüsse, unfaire Diskussionstechniken und was gute Argumentation ausmacht – 273 Begriffe, die Grundlage der KI-Prüfung auf politforum.net.
A
- Angemessene BehauptungenDie Stärke einer Aussage entspricht der Stärke der Belege: keine Pauschalurteile, keine Übertreibungen, sondern präzise Formulierungen.
- Annahmen offenlegenDie Voraussetzungen und Werte, auf denen eine Argumentation beruht, werden ausdrücklich genannt, statt stillschweigend vorausgesetzt.
- Auf Gegenargumente eingehenMan setzt sich aktiv mit dem gewichtigsten Einwand gegen die eigene Position auseinander, statt nur leicht widerlegbare Kritik zu behandeln.
B
- Begriffe klärenZentrale, mehrdeutige Begriffe werden erklärt oder gemeinsam geklärt, damit alle Beteiligten über dasselbe sprechen.
- Beim Thema bleibenBeiträge beziehen sich auf die eigentliche Frage der Diskussion und vermeiden Abschweifungen auf andere Streitthemen.
- Berechtigte Punkte anerkennenZutreffende Argumente der Gegenseite werden ausdrücklich anerkannt, auch wenn man insgesamt bei der eigenen Position bleibt.
E
- Eigene Interessen offenlegenMan macht transparent, wenn man von einem Thema persönlich, beruflich oder finanziell betroffen ist oder einer beteiligten Organisation nahesteht.
F
- Fakt und Meinung trennenEs wird klar unterschieden, was eine überprüfbare Tatsache ist und was eine persönliche Bewertung, Vermutung oder Wertentscheidung.
G
- Gemeinsamkeiten benennenMan sucht und benennt Ziele, Werte oder Fakten, auf die sich beide Seiten einigen können, um den eigentlichen Streitpunkt einzugrenzen.
- Gründe nennenEine Position wird nicht nur behauptet, sondern mit nachvollziehbaren Gründen gestützt, sodass andere die Argumentation prüfen können.
P
- Person und Argument trennenEin Argument wird nach seinem Inhalt beurteilt, unabhängig davon, wer es vorbringt, welcher Partei die Person nahesteht oder wie sie sich sonst verhält.
Q
- Quellen angebenTatsachenbehauptungen werden mit nachprüfbaren, möglichst seriösen Quellen belegt, die andere selbst einsehen können.
R
- Respektvoller WiderspruchMan widerspricht klar in der Sache, bleibt dabei aber höflich und gesteht dem Gegenüber gute Absichten zu.
S
- SelbstkorrekturMan räumt eigene Fehler offen ein und korrigiert Aussagen oder Positionen, wenn bessere Argumente oder Belege vorliegen.
- Stahlmann-ArgumentDie Position der Gegenseite wird in ihrer stärksten, fairsten Form wiedergegeben, bevor man sich kritisch mit ihr auseinandersetzt.
U
- Überprüfbare AussagenBehauptungen werden so formuliert, dass sie anhand von Daten oder Ereignissen überprüft werden können, und man sagt, was sie widerlegen würde.
- Unsicherheit eingestehenMan benennt offen, wo das eigene Wissen endet, wie sicher eine Aussage ist und welche Fragen noch offen sind.
V
- Verständnisfragen stellenBevor man widerspricht, fragt man ehrlich nach oder fasst die Aussage des Gegenübers zusammen, um sicherzugehen, dass man sie richtig verstanden hat.
Z
- Zahlen mit KontextKonkrete Zahlen und Belege werden eingeordnet, etwa durch Bezugsgrößen, Vergleichswerte, Zeiträume oder Angaben zur Unsicherheit.