Fehlschluss · Schwere 2/3
Moralistischer Fehlschluss
Aus einer moralischen Bewertung wird geschlossen, wie die Wirklichkeit beschaffen ist: Was nicht sein soll, kann angeblich auch nicht sein.
Unser Wunsch, dass die Welt auf eine bestimmte Weise sein sollte, ändert nichts daran, wie sie tatsächlich ist. Wer unangenehme Befunde zurückweist, weil sie moralisch unerwünscht wären, verwechselt Werturteil und Tatsachenfrage. Das Gegenstück zum Sein-Sollen-Fehlschluss behindert eine nüchterne Problemanalyse, die gerade für wirksame Politik nötig ist.
Beispiel
„Es darf nicht sein, dass Mietpreisbremsen das Wohnungsangebot verringern, deshalb ist diese Studie falsch.“ – Oder: „Dass Kriminalität mit sozialer Lage zusammenhängt, kann nicht stimmen, sonst wäre Strafe ungerecht.“
So geht es besser
Tatsachenfragen mit Belegen klären und erst danach bewerten, was daraus moralisch folgt.